Kurzfilm Beschreibung

“Das Beispiel des elektrischen Lichtes wird sich in diesem Zusammenhang vielleicht als aufschlußreich erweisen. Elektrisches Licht ist reine Information. Es ist gewissermaßen eine Medium ohne Botschaft, wenn es nicht gerade dazu verwendet wird, einen Werbetext Buchstabe um Buchstabe auszustrahlen. Diese für alle Medien charakteristische Tatsache bedeutet, daß der »Inhalt« jedes Mediums immer ein anderes Medium ist” (McLuhan 1994, S.22).

“Unsere übliche Antwort, mit der wir alle Medien abtun, nämlich daß es darauf ankomme, wie wir sie verwenden, ist die befangene Haltung des technischen Dummkopfs. Denn der »Inhalt« eines Mediums ist mit dem saftigen Stück Fleisch vergleichbar, das der Einbrecher mit sich führt, um die Aufmerksamkeit des Wachhundes abzulenken. Die Wirkung des Mediums wird gerade deswegen so stark und eindringlich, weil es wieder ein Medium zum »Inhalt« hat.” (McLuhan 1994, S.37-38).

Marshal McLuhan sagt, der Inhalt jedes Mediums sein immer ein anderes Medium. Ich möchte den Gedanken in meinem Kurzfilm aufgreifen und übertragen auf eine kommunikative Ebene. Denn das, was wir sagen behinhaltet auch immer eine Information über die rein inhaltliche Information hinaus. Wenn wir uns gegenübersitzen und miteinander sprechen, beeinflussen u.a. Mimik, Gestik, Tonfall und Betonung unsere Interpretation des Gesagten. Bei der schriftlichen Kommunikation fallen diese Interpretationshilfen weg. Im Social Web, in Sozialen Netzwerken kommunizieren wir häufig nahe an einem Dialogischen Prinzip (z.B. Chat) und posten Statusmeldungen, mit dem wir meistens etwas mitteilen möchten, was – manchmal sehr weit – über die eigentliche, inhaltliche Information hinaus geht und auch nur so funktioniert.

Diese meine These möchte ich in meinem Kurzfilm anhand von Kommunikation in sozialen Medien darstellen. Zum Beispiel: Wenn ich mir Aufmerksamkeit von meinen Freunden im sozialen Netzwerk wünsche, schreibe ich in meinen Status in der Regel nicht „Ich wünsche mir Aufmerksamkeit von euch!“. Ich poste Inhalte aus meine Situation. Zum Beispiel „Heute geht es mir schlecht!“. Ich erhoffe mir dadurch die gewünschte Aufmerksamkeit.

Der Inhalt meiner Botschaft ist also ein jeweils anderes.

Quellen:
McLuhan, M. (1994). Die magischen Kanäle – Understanding Media. Düsseldorf und Wien: ECON.

Bild: Wikimedia Commons, http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Taro_leaf_underside%2C_backlit_by_sun_-_edit.jpg

Rough Script: Guy with a Hard Drive on his Head

 Figuren:
GUY - hat eine externe Festplatte mit On/Off-Knopf am Kopf gebunden und einige Kabel heraushängen. Außerdem Sonnenbrille, Taschenrechner....
DUDE - Irgendwer.

SCENE 1 - DRAUSSEN - TAG
GUY spaziert die Gegend entlang, sieht DUDE.

DUDE
Hey Mann, was hast du da am Kopf?

GUY
Eine externe Festplatte ist eine Festplatte, die über eine Schnittstelle wie USB oder FireWire, eSATA oder als Wechselplattenlaufwerk direkt an einen Computer angeschlossen werden kann. Mittlerweile gibt es auch ex-

DUDE (unterbrechend)
<noch eine Frage>

GUY
<noch mehr Gerede aus der Wikipedia>

DUDE (unterbrechend)
Was macht der Knopf da?

GUY
Ein Einschalter ist ein Schalter mit zwei Anschlüssen, der nur einen Stromkreis öffnet oder-

DUDE drückt den Knopf an GUYs Festplatte.
GUY fängt an zu sabbern und zu schielen.
DUDE kichert vor sich hin und geht weg.
GUY tölpelt durch die Gegend und fällt hin.

So ungefähr würde es aussehen. Länge zwischen ein und zwei Minuten. Da ich keine Kamera habe müsste ich vermutlich eine aus der Universität ausborgen, sofern dies in Ordnung geht.

Skizze Abschlussprojekt

Da mir leider keine guten Ideen mehr kommen (vielleicht, weil in meinem Kopf schon Hausarbeitsthemen herumspuken, die ziemlich medienfern sind), wird mein Abschlussprojekt für dieses Seminar nicht besonders spektakulär werden.

Geplant sind jeweils kurze Videoclips zu drei Thesen aus McLuhans Understanding Media:

  • die unscharfe Abgrenzung des Medienbegriffes
  • das Medium als Prothese
  • die Verliebtheit in das Medium als narzisstische Selbstliebe

sowie drei entsprechende Clips zur entsprechenden Gegenposition. Dabei wird es wohl auf eine recht frei assoziierte Motivauswahl hinauslaufen.

Der digitale Aspekt  des Projektes wird darin bestehen, dass das Videomaterial in eine Website (bzw. in das Blog) eingebettet wird und der Nutzer per Mausklick die entprechenden Videosquenzen anwählen kann, die als Menu um die runde zentrale Abspielfläche angeordnet werden.

Weitere grafische Features, etwa eine Verknüpfung mit dynamischen typografischen Elementen, werden eventuell auch noch hinzukommen (abhängig von meiner sonstigen Auslastung).