web 2.0 – hivemind – interactivity/non-linearity

Web 2.0

Es gibt Leute, die nennen das Internet eine riesengroße weltweite Bibliothek. Zumindest wurde der Begriff in den 90er Jahren noch benutzt. Heutzutage ist es schwer, sich eine Bibliothek vorzustellen, in der nicht bloß jeder Zugriff auf die Inhalte hat die er will, sondern in der auch jeder jeden seiner eigenen, (noch so irrelevanten) Gedanken in die Bücherregale stellen und ebenjenem Millionenpublikum zur Verfügung stellen kann – Willkommen im sogenannten Web 2.0. Ein vielversprechendes Konzept. Der Ottonormal-Internet-User wird hier von seinem bisherigen Status als reiner Konsument zum Produzenten befördert. Und so stellt sich die Frage, mit den Inhalten eines jeden frei verfügbar, sei es in YouTube, Blogger, Twitter, Soundcloud oder LiveJournal, was hebt mein eigenes Werk widerum von der Masse ab? Was ermöglicht mir, auf einen Blick zu sehen, was relevant ist, und was dient als Qualitätskontrolle? Ist die theoretische Partizipation eines jeden im Web eine Demokratisierung der Gesellschaft, oder ein formloses Sammelbecken? Oder gar beides?

Hivemind

Natürlich muss nicht immer das „Ich“ im Vordergrund stehen. Die globale Vernetzung die wir Internet nennen ermöglicht auch den Zusammenschluss, und das Erreichen eines gemeinsamen Ziels, für hunderte bis zu millionen von Menschen. Die Rolle des Einzelnen kann hier schwanken zwischen einer weiteren IP-Adresse in der Statistik und einem Haupt-Contributor und Organisator. Mal wird in Wikis wie der Wikipedia alles verfügbare Wissen der Menschheit von jedem unterstützbar gesammelt, andere Male reicht das Spielen eines Online-Spiels von Tausenden um die AIDS-Forschung voranzutreiben. Doch auch Schaden kann durch Massenbewegung im Internet verursacht werden, wie diverse DDoS-Attacken loser Kollektive wie Anonymous zeigen. Der Mensch kann online zum Teil einer Art Schwarmintelligenz, englisch Hivemind, werden.

Interactivity/Non-Linearity

Geradezu das Kernstück des Hyperweb, sowie auch dieses Kurses, stellt die Nicht-Linearität von Webinhalten dar. Die Möglichkeit, sich die Reihenfolge zu lesender Texte durch das Klicken von Links auszusuchen eröffnet ganz neue potenzielle Möglichkeiten zur Erstellung von Content, weiterhin gefördert von Multimediainhalten wie Webvideos und Flashanwendungen. Als Content-Ersteller steht man nun vor der Frage – wie mache ich das meiste aus diesen Möglichkeiten? Gestalte ich meinen Videoblog als eine Reihe linear sortierter Videos, eines nach dem anderen abgespielt, oder ermögliche ich das schnelle Umschalten zwischen Videos? Lasse ich meinen Leser/Zuschauer/User aktiv mitbestimmen, nicht bloß welche Inhalte ihn erreichen, sondern auch, wie sie es tun? Welche Rolle spielt er hierbei? Oder hat er überhaupt mithilfe aller Hyperlinks und benutzergesteuerten Elemente noch einen „freien Willen“ in der Benutzung meiner Inhalte?
Eine interessante Auseinandersetzung mit dem Thema Freiheit und Interaktivität bietet die sogenannte Stanley-Parable, eine Spiele-Modifikation die das Konzept einer kohärenten Handlung, in der der User seinen freien Willen ausüben kann, dekonstruiert. Die Thematik, die sich in erster Linie auf das primär interaktive Medium Videospiel bezieht, lässt sich ebenfalls auf ein immer mehr multimedialisiertes Web 2.0 anwenden – die Webvideo-Inszenierung von diesem Projekt selbst ist durch interaktive Annotations realisiert.

Please share if you like:

(Image by Maddox)

Danielas drei #tags

#SocialMedia – #GenderAndMedia – #warum

#SocialMedia
Mit dem Internet aufgewachsen und mit Social Media groß geworden zeiht sich mein Medienkonsum und meine Kommunikation im Social Web nicht nur durchs Private sondern ist auch im Beruf stets präsent. So voller Begeisterung für die aktuelle Situation und die Entwicklung des Hyperindividuums in den neuen Medien gehört Social Media in diese Aufzählung.

#GenderAndMedia
Geschlechterrollen in den Medien finde ich – im Vergleich zu den der gesellschaftlichen Rolle und der Diskussion um Emanzipation – spannend. Eine neue Entwicklung nimmt diese Rollenverteilung in den „neuen Medien“ ein. Allerdings bleibt es bei diesem neuen Verhältnis nur im Bereich des Konsums und der Nutzung, weniger bei der Berufswahl. Warum ist das so und wird es so bleiben? Ich finde das eine sehr spannende Fragen aus privater, beruflicher und wissenschaftlicher Sicht. Sie wird im Kontext mit den neuen Medien mein Studium begleiten.

Hier findet ihr einen ganz interessanten Vortrag von Johanna Blakley: „Social media and the end of gender“

#warum
Meine Neugier und das Verlangen den Dingen auf dem Grund zu gehen hat mich schon oft vor dem sicheren und qualvollen Tod an der Langeweile gerettet. Das #Warum hatte auch den stärksten Einfluss von vielen für die Entscheidung zu einem Studium mit 29 Jahren. Und jetzt ist es der größte Motivator. Ich zähle „mein #warum“ zu meinen wichtigsten Eigenschaften. Also: ein mustbe in dieser Liste.

 


Web3.0 – Medienmix – eLearning

Die Anforderung: Ich soll mir 3 Schlagworte überlegen, die meine Interessen widerspiegeln. Davon sollen zwei einen Bezug zum Seminar haben, das dritte darf aus dem Rahmen fallen. Genauso wie die Schlagworte intuitiv und ohne langes Überlegen entstanden sind, sind meine Ausführungen zu den Schlagworten kein Ergebnis langer Gedankenprozesse, sondern eher 1:1 Niederschrift des Gedankenprozesses.

Meine Schlagworte:

1. Web 3.0
Wie sieht das Internet von morgen aus? Vielleicht sollte man sich dafür zunächst das Internet von gestern ansehen. In den letzten Jahren hat eine Professionalisierung des Internets stattgefunden. Während in der Anfangszeit (Ende der 90er Jahre) doch ein Piratentum verbreitet war und staatliche Überwachungs- und Kontrollinstrumente, wie auch die Professionalität von Marketingmethoden der Unternehmen noch nicht ausgereift waren, hat sich mittlerweile die persönliche Präsenz als reale Person anstatt als Pseudonym durchgesetzt. Das Internet ist inzwischen weniger parallele Realität als vielmehr Erweiterung unseres Alltages. Letztlich habe ich natürlich keine Ahnung wie das Internet von morgen aussehen könnte, aber ich vermute, dass sich dieser Trend zur Professionalisierung fortsetzt. Auch denke ich, dass sich das Kriterium „interessant“ weiter und noch stärker als Garant für den Erfolg von einzelnen Internettrends festigt. Was es mit diesem Kriterium auf sich hat, kann man im Podcast von Alternativlos.org, Folge 20 nachhören.  

2. Medienmix
Texte, Bilder/Grafiken sowie Audio- und Videoinhalte sind die Medien, mit denen man im Internet konfrontiert wird. Was es beispielsweise noch nicht gibt sind Düfte, Geschmack und Tastgefühle. Videos sind in der Internet-Medienlandschaft etwas besonderes, weil sie schon in ihrer Reinform auch Elemente aller weiteren Medienarten beinhalten. Medien sollen laut Wikipedia Inhalte vermitteln. Die Inhalte dürften dafür ausschlaggebend sein, welches Medium die erfolgreichste Vermittlung ermöglicht, aber auch die Zielgruppe der Inhalte bestimmt welches Medium besonders geeignet ist.

In der Universität hat man ja ständig mit Präsentationen zu tun, in der Regel erstellt mit Microsoft Powerpoint. Wie genial wäre es, wenn es Lehrenden gelänge sich aus allen zur Verfügung stehenden Medien genau die Medien, genau in der richtigen Art und Weise zu bedienen um Wissen mit höherer effizienz zu vermitteln. PowerPoint-Folien mit jeweils 10 Bulletpoints und jeweils 2000 Wörtern Text sind wohl in der Regel nicht der richtige Ansatz dafür.

Im Internet ist das an vielen Stellen genauso. In Blogs liest man in der Regel. Natürlich gibt es auch Bilder und Videos und Sounds, aber es ist garnicht so einfach diese zu erstellen und richtig zu dosieren. Dazu kommt, dass Video- und Geräuschinhalte in der Regel nicht durch Suchmaschinen indiziert werden können. Das dürfte mit ein Grund sein, warum sich Flash-Websites, die eine Zeit lang sehr verbreitet waren, nicht durchgesetzt haben. Trotzdem: Beim Joggen in der Stadt möchte man vielleicht auf seinem tragbaren Musikplayer gerne einen Audio-Podcast hören, wie sollte man hier auch einen Blogbeitrag lesen. Genauso im Auto. Im Büro sind vielleicht textlastige Medien die richtige Wahl, wenn man nicht gerade alleine ist, die durch Video- und Audiodateien verursachten Geräusche also niemanden stören.

3. eLearning
eLearning ist ein Thema, welches mich insbesondere in den letzten Monaten sehr intensiv beschäftigt hat, unter anderem beruflich. Auch durch meinen Wechsel von der LMU München zur Universität Hamburg ist dieses Thema für mich stärker in den Fokus gerückt, denn in München wurde ich mit eLearning garnicht konfrontiert, die Nutzung des Internets beschränkte sich im universitären Alltag darauf, passwortgeschützte PDF-Dokumente downloaden zu können. Von universitären online-Diskussionsforen, Aufzeichnungsplattformen wie Lecture2go, oder gar Ansätzen für eAssessment gab es für mich in München nicht den Ansatz einer Spur.

Es wird wohl (zum Glück?) niemals ein Produkt geben, dass man sich zur Wissensaufnahme zuführt um sämtliche eigene Bemühungen überflüssig zu machen. Dennoch kann man das eigene Lernen unterstützen und vereinfachen indem man sich vorhandene Technologien zunutze macht und richtig einsetzt. Frontalunterricht ist noch heute im deutschen Bildungssystem der Standard, das ändert sich hoffentlich. Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten von „eLearning“, dass in meinen Augen nicht nur eine Technik, sondern auch eine Methode (mehr Partizipation der SchülerInnen/StudentInnen, vielleicht sogar bis hin zur selbstverständlichen eigenständigen Durchführung der Wissensvermittlung unter Anleitung) beschreibt, warten an jeder Ecke, aber nicht nur mangelhafte Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien, sondern auch teilweise unbegründete Ängste halten Lehrende davon ab, den Schritt vom Overheadprojektor hin zu einem reichhaltigem Lern-Mix zu wagen.

Was in diesem Zusammenhang ironisch erscheint, ist die Tatsache, dass der Schritt weg von eingeengten Studierenden, die sich nur berieseln lassen, hin zu Teilhabende des Bildungssystems, die nicht nur Wissen aufnehmen, sondern auch selbst produzieren, durch Sparmaßnahmen und die Überflutung mit ErstsemesterInnen aufgezwängt vonstatten geht! Die Lektüre dieses SZ Artikels dürfte den Hintergrund dieser Behauptung verdeutlichen.

Abschließend möchte ich noch ein Video einbinden, dass viele der Aspekte die ich unter den verschiedenen Schlagworten angesprochen habe vereint, ich denke viel mehr muss ich dazu nicht schreiben:

Michael Karbacher

Drei Schlagwörter

Wir alle tun es, ständig: Wir müllen unsere Mitmenschen andauernd mit irgendwelchen Informationen voll und werden dafür (beinahe wie in einem Akt ausgleichender Gerechtigkeit) von ihnen ebenfalls mit Signalen überflutet. Spannend daran ist, dass die Informationlast ständig zunimmt: Während meine Großmutter noch zweimal in der Woche das Süderelbe-Blatt las, am Abend die Tagesschau sah und dann überzeugt war, damit über alle wichtigen Ereignisse bescheid zu wissen, kann ich (rein hypothetisch) bereits vor dem Frühstück die Headlines von Spiegel, Zeit, FAZ und New York Times lesen, den Liveticker zu einem gerade irgendwo laufenden Bürgerkrieg verfolgen, nebenbei CNN oder Al Jazeera laufen lassen, die aktuellen Börsekurse alle fünfzehn Minuten auf meinem Smartphone ablesen … ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Vielleicht ist Privatsphäre nur ein historischer Trend, der in Zeiten repressiver politischer Systeme zunimmt und in Zeiten technisch übersättigten Wohlstands wieder abflaut. Vielleicht ist es auch nur ein Zeichen von Resignation oder die Einsicht, dass das System sowieso gewinnt. Warum soll man also nicht das Thema Privatsphäre etwas entspannter angehen, wenn sich einem dadurch neue Kommunikationskanäle öffnen, Möglichkeiten ergeben, das öffentliche Bild der eigene Person mitzugestalten und dabei auch noch ein paar Rabattpunkte im Supermarkt geschenkt zu bekommen?

Weil man viel mehr damit machen kann, als die meisten Leute denken.



(und btw: WordPress hat ein ganz schön faschistoides CMS, dass keine eingebetteten Frames oder Objekte zulässt und auch noch die Hälfte meiner im HTML-Modus eingegebenen Formatierungen filtert)