Web3.0 – Medienmix – eLearning

Die Anforderung: Ich soll mir 3 Schlagworte überlegen, die meine Interessen widerspiegeln. Davon sollen zwei einen Bezug zum Seminar haben, das dritte darf aus dem Rahmen fallen. Genauso wie die Schlagworte intuitiv und ohne langes Überlegen entstanden sind, sind meine Ausführungen zu den Schlagworten kein Ergebnis langer Gedankenprozesse, sondern eher 1:1 Niederschrift des Gedankenprozesses.

Meine Schlagworte:

1. Web 3.0
Wie sieht das Internet von morgen aus? Vielleicht sollte man sich dafür zunächst das Internet von gestern ansehen. In den letzten Jahren hat eine Professionalisierung des Internets stattgefunden. Während in der Anfangszeit (Ende der 90er Jahre) doch ein Piratentum verbreitet war und staatliche Überwachungs- und Kontrollinstrumente, wie auch die Professionalität von Marketingmethoden der Unternehmen noch nicht ausgereift waren, hat sich mittlerweile die persönliche Präsenz als reale Person anstatt als Pseudonym durchgesetzt. Das Internet ist inzwischen weniger parallele Realität als vielmehr Erweiterung unseres Alltages. Letztlich habe ich natürlich keine Ahnung wie das Internet von morgen aussehen könnte, aber ich vermute, dass sich dieser Trend zur Professionalisierung fortsetzt. Auch denke ich, dass sich das Kriterium „interessant“ weiter und noch stärker als Garant für den Erfolg von einzelnen Internettrends festigt. Was es mit diesem Kriterium auf sich hat, kann man im Podcast von Alternativlos.org, Folge 20 nachhören.  

2. Medienmix
Texte, Bilder/Grafiken sowie Audio- und Videoinhalte sind die Medien, mit denen man im Internet konfrontiert wird. Was es beispielsweise noch nicht gibt sind Düfte, Geschmack und Tastgefühle. Videos sind in der Internet-Medienlandschaft etwas besonderes, weil sie schon in ihrer Reinform auch Elemente aller weiteren Medienarten beinhalten. Medien sollen laut Wikipedia Inhalte vermitteln. Die Inhalte dürften dafür ausschlaggebend sein, welches Medium die erfolgreichste Vermittlung ermöglicht, aber auch die Zielgruppe der Inhalte bestimmt welches Medium besonders geeignet ist.

In der Universität hat man ja ständig mit Präsentationen zu tun, in der Regel erstellt mit Microsoft Powerpoint. Wie genial wäre es, wenn es Lehrenden gelänge sich aus allen zur Verfügung stehenden Medien genau die Medien, genau in der richtigen Art und Weise zu bedienen um Wissen mit höherer effizienz zu vermitteln. PowerPoint-Folien mit jeweils 10 Bulletpoints und jeweils 2000 Wörtern Text sind wohl in der Regel nicht der richtige Ansatz dafür.

Im Internet ist das an vielen Stellen genauso. In Blogs liest man in der Regel. Natürlich gibt es auch Bilder und Videos und Sounds, aber es ist garnicht so einfach diese zu erstellen und richtig zu dosieren. Dazu kommt, dass Video- und Geräuschinhalte in der Regel nicht durch Suchmaschinen indiziert werden können. Das dürfte mit ein Grund sein, warum sich Flash-Websites, die eine Zeit lang sehr verbreitet waren, nicht durchgesetzt haben. Trotzdem: Beim Joggen in der Stadt möchte man vielleicht auf seinem tragbaren Musikplayer gerne einen Audio-Podcast hören, wie sollte man hier auch einen Blogbeitrag lesen. Genauso im Auto. Im Büro sind vielleicht textlastige Medien die richtige Wahl, wenn man nicht gerade alleine ist, die durch Video- und Audiodateien verursachten Geräusche also niemanden stören.

3. eLearning
eLearning ist ein Thema, welches mich insbesondere in den letzten Monaten sehr intensiv beschäftigt hat, unter anderem beruflich. Auch durch meinen Wechsel von der LMU München zur Universität Hamburg ist dieses Thema für mich stärker in den Fokus gerückt, denn in München wurde ich mit eLearning garnicht konfrontiert, die Nutzung des Internets beschränkte sich im universitären Alltag darauf, passwortgeschützte PDF-Dokumente downloaden zu können. Von universitären online-Diskussionsforen, Aufzeichnungsplattformen wie Lecture2go, oder gar Ansätzen für eAssessment gab es für mich in München nicht den Ansatz einer Spur.

Es wird wohl (zum Glück?) niemals ein Produkt geben, dass man sich zur Wissensaufnahme zuführt um sämtliche eigene Bemühungen überflüssig zu machen. Dennoch kann man das eigene Lernen unterstützen und vereinfachen indem man sich vorhandene Technologien zunutze macht und richtig einsetzt. Frontalunterricht ist noch heute im deutschen Bildungssystem der Standard, das ändert sich hoffentlich. Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten von „eLearning“, dass in meinen Augen nicht nur eine Technik, sondern auch eine Methode (mehr Partizipation der SchülerInnen/StudentInnen, vielleicht sogar bis hin zur selbstverständlichen eigenständigen Durchführung der Wissensvermittlung unter Anleitung) beschreibt, warten an jeder Ecke, aber nicht nur mangelhafte Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien, sondern auch teilweise unbegründete Ängste halten Lehrende davon ab, den Schritt vom Overheadprojektor hin zu einem reichhaltigem Lern-Mix zu wagen.

Was in diesem Zusammenhang ironisch erscheint, ist die Tatsache, dass der Schritt weg von eingeengten Studierenden, die sich nur berieseln lassen, hin zu Teilhabende des Bildungssystems, die nicht nur Wissen aufnehmen, sondern auch selbst produzieren, durch Sparmaßnahmen und die Überflutung mit ErstsemesterInnen aufgezwängt vonstatten geht! Die Lektüre dieses SZ Artikels dürfte den Hintergrund dieser Behauptung verdeutlichen.

Abschließend möchte ich noch ein Video einbinden, dass viele der Aspekte die ich unter den verschiedenen Schlagworten angesprochen habe vereint, ich denke viel mehr muss ich dazu nicht schreiben:

Michael Karbacher