Drei Schlagwörter

Wir alle tun es, ständig: Wir müllen unsere Mitmenschen andauernd mit irgendwelchen Informationen voll und werden dafür (beinahe wie in einem Akt ausgleichender Gerechtigkeit) von ihnen ebenfalls mit Signalen überflutet. Spannend daran ist, dass die Informationlast ständig zunimmt: Während meine Großmutter noch zweimal in der Woche das Süderelbe-Blatt las, am Abend die Tagesschau sah und dann überzeugt war, damit über alle wichtigen Ereignisse bescheid zu wissen, kann ich (rein hypothetisch) bereits vor dem Frühstück die Headlines von Spiegel, Zeit, FAZ und New York Times lesen, den Liveticker zu einem gerade irgendwo laufenden Bürgerkrieg verfolgen, nebenbei CNN oder Al Jazeera laufen lassen, die aktuellen Börsekurse alle fünfzehn Minuten auf meinem Smartphone ablesen … ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Vielleicht ist Privatsphäre nur ein historischer Trend, der in Zeiten repressiver politischer Systeme zunimmt und in Zeiten technisch übersättigten Wohlstands wieder abflaut. Vielleicht ist es auch nur ein Zeichen von Resignation oder die Einsicht, dass das System sowieso gewinnt. Warum soll man also nicht das Thema Privatsphäre etwas entspannter angehen, wenn sich einem dadurch neue Kommunikationskanäle öffnen, Möglichkeiten ergeben, das öffentliche Bild der eigene Person mitzugestalten und dabei auch noch ein paar Rabattpunkte im Supermarkt geschenkt zu bekommen?

Weil man viel mehr damit machen kann, als die meisten Leute denken.



(und btw: WordPress hat ein ganz schön faschistoides CMS, dass keine eingebetteten Frames oder Objekte zulässt und auch noch die Hälfte meiner im HTML-Modus eingegebenen Formatierungen filtert)